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Kirchen

Kirchen im Pfarrbereich Schenkenberg – von A bis Z:
Benndorf • BrinnisHohenrodaKlitzschmarKölsaKyhnaLaueLissaLöbnitzReibitzSausedlitzSchenkenbergSprödaWiedemarZaaschZschernitz

Benndorf

Kirche BenndorfWenn man durch die Wiesen hinter Delitzsch und Schenkenberg durch den Kosebruch auf Benndorf zu läuft, erkennt man auch heute noch, wie sich eine kleine Anhöhe aus dem ehemals sumpfigen Gelände erhebt, auf der die Benndorfer
Kirche steht, ja thront gewissermaßen über den wenigen ursprünglichen Gehöften des Dorfes, die in einer Sackgasse liegen.
Die meisten Häuser des Dorfes sind viel jüngeren Datums und erst mit dem Ausbau der alten Straße von Delitzsch nach Bitterfeld entstanden. Hier in Benndorf war Zollstation und noch heute ist das gut restaurierte Haus der Familie Robitzsch zu betrachten.
Auch wenn die Ersterwähnung von Benndorf im Anfang des 15. Jahrhunderts mit dem Ankauf des Dorfes durch den Delitzscher Rat liegt, so weist die Kirche doch ihren Ursprung bis weit in das 12. Jahrhundert zurück, wenn die Apsis und das kleine Ostfenster nicht sogar ein nicht höheres Alter nahelegen.
Gern reden die alten Benndorfer von ihrer 1000jährigen Kirche. Aber das wird wohl zuviel des Guten sein.
Die Kirche mit ihrer Lage lässt vermuten, dass sie auf der hochwasserfesten Anhöhe einem alten vorchristlichen Kultplatz folgt, auch wenn der Name des Dorfes eher an Bernhard erinnert und keine slawischen Ursprünge erkennen lässt.
Egal wie: Die Kirche ist umgeben von den Grablegen der Benndorfer, die ihrerseits von einer Wellerwand mit wuchtigen Stützpfeilern umgeben ist, die den Friedhof sichern und an eine Art Kirchenburg erinnern. Ob die Anlage jemals so wehrhaft genutzt worden ist, bleibt verborgen.
Die Kirche selbst ist ein seltenes Beispiel einer ehemals unverputzten Feldsteinkirche in dieser Gegend. Es lassen sich keinerlei Verputzreste ausmachen, wobei der Begriff „Feldstein“ nicht richtig ist, da die gut gefügten, wenig verzwickelten regelmäßigen Steinlagen vielfältig Bruchsteine aufweisen. An den Ecken sind in die urspünglich dreischiffige Anlage mit Halle, Chorraum und Apsis Sandsteinquader eingefügt, um dem Bau einen besseren Halt zu bieten und ihn auch zu kleiden. Der Sandstein ist von weicher Konsistenz.
Der heute zu sehende Dachreiter ist erst nach einem Brand 1622 auf die Kirche gekommen. In ihm hängt eine Bronzeglocke ohne Zier, die mit ihrer sehr schmalen Form und starken Rippe auf eine frühe Zeit weist und mit zu den ältesten Glocken der Gegend gehört.
Altar in BenndorfEs wird wohl um dieses Jahr 1622 bzw. etwas später gewesen sein, dass die Benndorfer dem Zeitgeist des Barockes folgten und ihre Kirche mit einem neuen Interieur ausstatteten: Empore, neues Gestühl ganz schlicht und einem hübschen Kanzelaltar mit marmorierten Säulen und vergoldeten Kapitellen, mit Türen für den Altarumgang und vorgelagerten Altarblock, der mit Tüchern verkleidet wurde. In die selbe Zeit gehört auch die Kombination eines Lesepultes, das mittels eingesetzter Zinnschale als Taufstein diente und dient.
Um den Blick auf die Kanzel freizugeben, wurde der Chorbogen kräftig erhöht und gleichzeitig die Apsis – nun funktionslos geworden – verstellt.
Aus der romanischen Zeit haben wir, außer der gesamten Außenanlage, die mit schönen Katzentteppen versehen ist (jünger) und nicht mehr zu deutenden Giebelabschlüssen, nur noch ein zugesetztes Fenster über der Südwand, durch die man mit kleiner vorgelagerter Vorhalle die Kirche betritt und eben das Ostfenster der Apsis, in dem man ein sogenanntes Osterfenster vermuten darf.
Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde die Kirche neu ausgestaltet, erhielt neue versilberte Altarleuchter, Weinkännchen und Patente. Der Abendmahlskelch stammt von 17??.
Reste der Ausmalung sind in den Fensternischen und im Chorbogen noch zu sehen und dokumentiert und harren einer späteren Wiederherstellung.
Etwas Besonderes stellt die Kirchendecke dar: Sie ist aus Papier, einer Art Tapete, blau gestrichen mit den zeittypischen goldenen Sternen versehen; dazu ein ebenfalls aus Papier gemalter Wandfries.
Die ganze Kirche ist in ziemlich gutem Zustand, in den letzten Jahren nach und nach gesichert und aufgehübscht worden.
Die keine Rühlmannorgel auf der Empore harrt noch der Restaurierung.
Im Chorbogen ein gotisches Kruzifix auf dem 1975 devastierten Paupitzsch, an dasauch ein Rahmen mit Bildern erinnert. Fotos von der Benndorfer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Brinnis

Kirche BrinnisWas die Kirche erhält, sie vorantreibt, sind die Daten der Erneuerung. Ein charakteristischer, schwer zu entziffernder Inschriftenstein in der äußeren östlichen Chorwand verrät uns die Jahreszahl 1518. Damals wurde die Kirche Brinnis mit ihrem im 12. Jahrhundert erbauten romanischen Langhaus und dem Westturm, in dessen Südwand romanische Rundbogenfenster erhalten sind, um diesen dreiseitigen schließenden, spätgotischen Chor erweitert. Wenig später, im Jahre 1557 – dies verrät uns ein Inschriftenstein an der Nordwand der Kirche –, wurde das Langhaus aufgestockt. Weitere Renovierungen geschahen in den Jahren 1830, 1914, 1968/69. Mit großer Freude berichtete Pfarrer Heine, der fast ein halbes Jahrhundert in Brinnis amtierte, Ende 1968 in einer Kirchenzeitung von der mit viel Mühe in Gang gebrachten und schließlich doch gelungenen Restaurierung der Brinniser Kirche. Da haben vergangene Generationen immer wieder an dem Haus Gottes gebaut, es zu erhalten versucht – und ihre Spuren in Stein hinterlassen, zur Mahnung an uns, dass wir das Werk weiterführen.
Zur Innenausstattung der Brinniser Kirche gehören:
Kirche Brinnisim Chor ein Sakramentshäuschen (um 1480) und zwei figürliche Grabplatten (2. Hälfte 17. Jh.); am Altar ein spätgotischer, lebensgroßer Kruzifixus (1. Hälfte 16. Jh.); im Süden (unter dem hohen runden Triumpfbogen des 16. Jh., der Chor und Langhaus verbindet) eine neugotische Holzkanzel von 1830, die erst bei der letzten Renovierung ihren jetzigen Standort bekam; desweiteren (von 1830): Emporen im Süden, Westen und Norden des Langhauses; ein klassizistisches hölzernes Taufgestell und ein neugotische Orgel mit fünfteiligem Prospekt.
Verschollen ist der alte Brinniser Altar, ein Triptychon, das schon Ende des 19. Jh. außer Gebrauch und teilweise beschädigt war und später verkauft wurde. Trauern wir nicht Verlorenem nach, sondern hören wir auf das, was uns die Glocke vom Turm schlägt. Vorzeiten waren es drei, nur eine ist uns geblieben, die Bronzeglocke von 1782 im Durchmesser 128 cm, sie trägt die Aufschrift:

„DIE PREDIGT TAVFE LEICHEN
ANZVSAGEN
SOWIE DIE STVNDEN IST MIT AUFGE-
TRAGEN
UND WECKTE NUR MEIN GLOCKEN
SCHALL
DIE TRAEGEN HERTZEN VBERALL.“

Fotos von der Brinniser Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Hohenroda

Die Kirche ist einer der Jüngsten im Pfarrbereich. Im Jahre 1859 wurde der Turm mit den beiden Treppenhäusern an die alte Kirche angebaut, weil sie zu klein wurde. Im Juli 1860 sollte mit dem Erneuerungsbau der alten Kirche begonnen werden. Nachdem das Dach der alten Kirche bis auf die Mauern abgerissen war, beschloss die Gemeinde am 16. Juli 1860, alles niederzureißen und eine völlig neue Kirche zu bauen. Am 11. Juli 1861 wurde die neue Kirche eingeweiht.
Die Kirche konnte leider in ihrer damaligen Bauart nicht erhalten werden. Am 28. Juni 1963 hat ein großes Unwetter das Kirchendach stark beschädigt, ebenfalls auch alle Häuser und Gebäude im Ort. Die Baukapazität der Dachdecker reichte nicht aus, um alle Gebäude sofort zu reparieren. So regnete es in die Kirche hinein.
1967 wurde festgestellt, dass die Balken des Daches, die Decke, zwei Etagen im Turm, das Gestühl im Kirchenschiff vom Schwamm befallen waren. Geld war wenig in der Kirchenkasse und für Zuschüsse nicht viel Aussicht. So wurden die Mauern des mittleren Kirchenschiffes 1,80 m heruntergenommen und ein neues Dach über alle drei Kirchenschiffe gebaut. Die Fialen an den Ecken des Turmes wurden ebenfalls heruntergenommen.
Den Altar ließ die Herzogin Christiane von Sachsen-Merseburg mit der Kanzel für die Kapelle im Delitzscher Schloss von Merseburger Künstler in der Zeit um 1690 herstellen. 1787 kaufte die Gemeinde Hohenroda den Altar mit Kanzel und Taufstein, nachdem er in Delitzsch ausgelagert worden war. In der alten Kirche wurde der Altar 60 cm tief in den Boden eingelassen, weil die Kirche nicht hoch genug war. Der Altar mit Kanzel und Taufstein besteht aus weißem und schwarzem Marmor. Unter der Kanzel ist das Abendmahl in Relieffiguren dargestellt. An der linken Seite der Kanzel befindet sich in dreiviertel Lebensgröße die Figur der Hoffnung mit dem Anker und mit einer Taube in der Hand. Die Kanzel ist von Früchten und Blumengehängen umgeben. Auf der rechten Seite befindet sich die Figur des Glaubens, die einen Kelch in der Hand hält. An der Unterseite des Schalldeckels ist eine Taube dargestellt, deren Kopf leider in der Zeit der Reparatur abgeschlagen wurde. Auf dem Schalldeckel befindet sich eine weibliche Figur. In der rechten Hand hält sie eine Tafel mit der Aufschrift: „LEX ET PROPHETAE“ und in der linken Hand ein Buch mit der Aufschrift „Evangelium“. Neben dieser Figur stehen Vasen mit auflodernden Flammen.
Die Orgel wurde 1860 vom Orgelbauer Conrad Geißler aus Eilenburg gebaut. Sie wurde bei den Kirchenreparaturen auseinandergenommen und eine Empore tiefer wieder eingebaut. Die obere Empore wurde entfernt.
Das Uhrwerk ist 120 Jahre als und wird heute noch täglich aufgezogen. Mitte der 80er Jahre baute sich die Kirchengemeinde einen Gemeinderaum unter die Orgelempore. Er dient auch als Winterkirche. Fotos von der Hohenrodaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Klitzschmar

Am 25. August 1996, dem 12. Sonntag nach Trinitatis, läuteten die beiden Glocken auf dem Kirchturm von Klitzschmar zum Gottesdienst. Nach insgesamt vier Jahren konnte die Gemeinde unter dem Wochenspruch aus Jesaja: „das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen“ die Wiedereinweihung ihrer Kirche feiern. Diese lange Zeit war nötig gewesen, um das Kirchengebäude umfassend zu renovieren, nachdem ihm Jahre zuvor der Abbruch und die Aufgabe gedroht hatten. Es ist eine an Mitgliedern kleine Gemeinde, die mit öffentlichen Hilfen und unermüdlichem Arbeits- und Spendenelan dieses Werk zustande gebracht hat.
Klitzschmar selbst ist 1393 erstmals erwähnt.
Der damalige Kirchbau, dessen Spuren und Reste bei der Renovierung erkannt werden konnten, ist bei einem Wiederaufbau 1593/94 verändert worden. Es ist ein verlängerter rechteckiger Saalbau mit einem angefügten eingezogenen Fachwerkturm, durch dessen Unterbau man heute die Kirche von Westen her betritt.
Veränderungen wurden mehrmals vorgenommen. Der Kanzelaltar wurde bei einer Renovierung von 1847 aufgestellt. Ein damals in die Kirche gebrachter Fußboden aus roten Ziegelplatten mit einem Kleeblattmotiv ist heute nicht mehr sichtbar vorhanden, denn eine neuerliche Renovierung des Inneren aus dem Jahre 1900 veränderte das Gestühl und den Belag des Fußbodens mit weißbraunen Fliesen. Die Decke wurde in Schablonenmalerei ausgeführt und eine neue Orgel errichtet. Sie kam aus Zörbig von der bekannten Orgelbaufirma Rühlmann und wird noch heute mit dem Blasebalg mechanisch betrieben.
Auf dem Turm hängen zwei unverändert mit Hand zu läutende Glocken. Die Kirche in Klitzschmar besitzt keine kunstgeschichtlichen Kleinodien. Das Abendmahlsgerät aus dem 19. Jh. ist schlicht und einfach gehalten.
Von einem kleinen gepflegten Friedhof umgeben, ist sie aber doch das Schmuckkästlein einer Gemeinde, die ihre Kirche nicht nur lieb hat, sondern sich auch in der kalten Jahreszeit in ihr zu Andacht und Gebet gerufen fühlt, um durch Gottes Wort gestärkt, unter dem Spruch am Emporenbalken: „In Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret.“ in den Alltag zurückzukehren. Fotos von der Klitschmaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Kölsa

Kaum wahrnehmbar in der heutigen Hektik ist die Dorfkirche von Kölsa. Und doch verbirgt sich hinter der mitten im Dorf liegenden Kirche ein baugeschichtliches Kleinod, handelt es sich doch um einen in seiner äußeren Bauhülle sehr einheitlichen spätgotischen Bau, der kurz vor der Reformation im Herzogtum Sachsen geweiht wurde. Allein der massige runde Kirchturm weist in noch ältere Zeit zurück. Er leuchtet nach seiner Renovierung in den Jahren 1992-1994 in einem verwaschenen Weiß. Dafür fanden sich etliche Farbbefunde am alten Außenputz.
Ursprünglich gehörte der Turm zu einer Wehranlage, die zur Verkehrswegesicherung hier in Kölsa auf dem jetzigen Friedhof ihren Platz hatte. Später verfiel diese Wasserburg und wurde abgebrochen. An dem ehemaligen Wehrturm, dessen aller Eingang in etwa vier Meter Höhe auf der Nordseite zu sehen ist, wurde ein Kirchenschiff angebaut. Im spätgotischen Stil ist es zwischen 1522 (nach einem Stein in der Außenwand) und 1529 (nach einer Zahl im Inneren) fertig gewesen. Im Gegensatz zum Bruchstein des Turmes, dem später, vermutlich 1701, die wuchtige Glockenstube aufgesetzt wurde, ist das Schiff in Backsteinmauerwerk errichtet worden, das dann verputzt wurde. Rest von Schachbrettmustern am Gesims und Farbreste an Lisenen zeugen von einer ehemals kräftigen Bemalung.
Im Inneren überrascht den Besucher ein hochaufragendes Netzgewölbe. Die Rippen aus geputztem Mauerwerk gehen absatzlos, ohne Dienste, in Wände über. An einem Teil sind verblasste Wappen, Handwerkerzeichen, sichtbar. Die Rippen waren ehemals bemalt. Die Querempore trägt die spielbare Orgel. An der nördlichen Längsempore sind drei farbige Bilder mit frommen Motiven, dazu Sprüche wie zum Beispiel:
„Wenn die Pferde angespannt, falte ich zu Gott die Hand, dass er mir zu diesem Leben wolle, Brot und Kleider gebe.“
Es sind dem Barock nachempfundene Bilder aus dem 19. Jh. Die Inneneinrichtung, Altar wie Gestühl, stammen aus dem frühen Barock. Die steinerne Kanzel zeigt noch Spätrenaissanceformen und der Schalldeckel eine grobschlächtige Auferstehungsszene aus Holz. Der Altar ist eine schlichte Arbeit mit Schnitzwerk. Oben Figuren: Mose mit den Gesetzestafeln, Johannes mit dem Kelch und in der Mitte der Auferstandene mit Siegesfahne. Die Orgel in der Kirche stammt aus der Orgelbauwerkstatt Rühlmann in Zörbig. Hierzu gibt es einen separaten Bericht >> Orgel Kölsa. Fotos von der Kölsaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Kyhna

Wie bei so vielen unserer schönen Dorfkirchen liegt der Anfang auch der Kirche Kyhna im Dunkel der Vergangenheit. Eine nicht näher zu verifizierende Jahresangabe nennt das Jahr 1099 für eine bereits erfolgte Erwähnung des Ortes, der als eine deutsche Siedlung neben einer slawischen Siedlung entstanden ist. In Kyhna nahm die deutsche Besiedlung die wehrhafte Anlage des typischen slawischen Rundlings auf, was noch heute in der Ortslage gut zu verfolgen ist.
Sicher kann man für diese Zeit auch schon eine Kirche voraussetzen, das war üblich. Die Lage des heutigen Kirchengrundstückes mit dem umgebenden Friedhof in der Mitte der Rundlingsanlage spricht dafür. Die Anfänge des heutigen Kirchenbaues lassen sich aus  Steinbefunden auf die Mitte des 13. Jahrhunderts festlegen. Also eine romanische Anlage, in den Anfängen als wehrhafte Kirche ausgeführt mit einem wuchtigen Turm, der erst im Jahr 1879 eine Verbindung zu dem immer wieder erweiterten Kirchenschiff erhielt. Die Erweiterungen lassen sich an den unter dem Neuverputz aus dem Jahr 1995 befindlichen Baunähten ablesen. So wie das Dorf an Einwohnern zunahm, so wuchs die Kirche, denn für jeden Vollbürger musste ein Platz in der Kirche vorhanden sein. Ein gefundenes vermauertes aber sichtbar gelassenes romanisches Fenster belegt uns das romanische Schiff. Eine Jahreszahl über einem heute ebenfalls verschlossenen Türgewände aus dem Jahr 1578 weist uns auf eine erste Erweiterung hin, der sich im Jahr 1724 eine zweite anschloss. Sie fügte der Kirche in barocker Art einen dreiachtel Schluss des Altarraumes an. In ihm finden wir aus dem gleichen Jahr einen schönen Kanzelaltar mit Schnitzwerk, der teilweise vergoldet ist und dem Betrachter mit geschnitzter Rebe und Getreidegarbe das Thema des Heiligen Abendmahls vor Augen stellt.  Aus diesem Jahr stammen auch das Gestühl und die Emporen der Kirche. Eine erste Orgel erhielt die Kirche 1753. Von ihr ist nur noch der schlichte Prospekt erhalten, indem sich ein Orgelwerk der Firma Sauer von 1938/39 befindet. Die Orgel hat heute Platz auf der Westempore, nachdem die ursprüngliche Männer- und Orgelempore entfernt wurde. Das die Kirche überspannende Tonnengewölbe trug ehemals eine reiche farbige Ausmalung mit Engeln und anderen Figuren. In der Renovierung der neunziger Jahre konnten davon Spuren wahrgenommen werden. Heute ist die Kirche in schlichter Einfarbigkeit gehalten. Auch von der Ausmalung des späten 19. Jahrhunderts sind nur noch wenige Spuren erkennbar. Auf dem Kirchturm befinden sich heute zwei Glocken. Die eine stammt aus dem Jahr 1923 und ist eine Bronzeglocke, die andere in Stahl wurde durch Schmiedemeister Bley zum Gedächtnis seines im Weltkriege gefallenen Sohnes gestiftet. Von den ehemaligen Glocken ist zu berichten, dass die große Glocke während des Trauergeläutes für den ersten deutschen Kaiser im Jahr 1888 zersprang. Ein ähnliches Schicksal hatte die verbliebene sehr alte Glocke mit dem nicht zu klärenden Namen „Ananisapta“. Sie zersprang während des Läutens zum Kindergottesdienst am 27. August 1922.
Erwähnenswert ist im Altarraum noch ein Gemälde, das in manieristischer Malerei aus dem frühen Barock eine typische Abendmahlszene darstellt. Seit 1990 konnte in verschiedenen Abschnitten das Gebäude mit Unterstützung der Kommune, des Landes wie des Kirchenkreises und der Kirchengemeinde bausubstanziell gesichert und verschönert werden. Höhepunkt war dabei die Wiedererrichtung der 13 Meter hohen Nadelspitze auf dem Turm im Jahr 2003, die 1988 wegen Baufälligkeit hatte abgenommen werden müssen. Für die nächste Zeit ist die Umdeckung des Daches in Aussicht genommen. Heute mit einigen Bankheizungen ausgestattet, war die Kirche Kyhna am Ende des 19. Jahrhunderts die erste Kirche im damaligen Kirchenkreis mit elektrischer Kirchenbeleuchtung und einer Kirchenheizung. Man erkennt daran die Leistungsfähigkeit der Kirchengemeinde, die nach der Zerschlagung des freien Bauernstandes nun eine Mitgliederzahl von 84 hat. Die Kirche zu Großkyhna, wie es historisch richtig heißt, ist eine schlichte Gemeindekirche, die regelmäßig von den Kyhnaern zum sonntäglichen Gotteslob aufgesucht wird. Darüber hinaus dient sie als Begräbniskirche nicht nur für die Kirchenmitglieder, sondern für jeden Einwohner des Ortes. Fotos von der Kyhnaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Laue

Das Lauesche Gotteshaus, 1739 an Stelle eines älteren Baus errichtet, ist eine barocke Saalkirche mit Dachreiter und Turm im Westen und einem Patronatslogen-Anbau im Norden. Der Altar hat einen wandartigen, klassisch barocken Portikuskanzelaufsatz aus Holz mit einem fünfseitigen Kanzelkorb. Das Holz am Altar, an den barocken Emporen und an der Patronatsloge im Norden ist marmoriert. Zur Innenausstattung der Kirche gehören eine Mauernische in der südlichen Saalwand mit spätgotischer Eisengittertür und eine Sandsteintaufe von 1591, Fuß und Kuppa aus Sandstein, der Schaft aus Backstein provisorisch nachgemauert.
Das Bankgestühl ist einfach, mit geraden Wangen. Die Patronatsloge an der nördlichen Saalwand mit ihren Scheiben aus alten, mundgeblasenem Glas ragt kastenförmig in den Kirchenraum hinein. Die barocken Emporen stammen aus der Zeit um 1739. Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt die Orgel mit dreiteiligem Prospekt – sie wurde vom Eilenburger Orgelbaumeister Conrad Geißler gebaut. Der Glockenturm beherbergt eine spätgotische Bronzeglocke aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde von 1964 bis 1970 renoviert. Inzwischen finden weitere Arbeiten zur Erhaltung der Bausubstanz statt. Fotos von der Laue'schen Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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 Lissa

Wie so viele unserer schönen alten Dorfkirchen hat auch die Kirche zu Groß-Lissa (wie man früher sagte) eine bewegte Baugeschichte hinter sich. Alles beginnt im frühen zwölften Jahrhundert mit der Errichtung eines Kirchturmes aus dem rotbraunen Porphyrsteinen der weiteren Umgebung des Petersberges bei Halle. Die Ecksteine am Turm in ihrer unterschiedlichen Höhe auf der Westseite und auf der Ostseite des Kirchschiffes machen deutlich, dass das Kirchschiff zeitgleich mit dem Turm erbaut wurde. Sicher wird der Turm auch wehrhafte Aufgaben gehabt haben, ein so genannter Wehrturm ist aber bis jetzt nicht deutlich nachweisbar. Das Jahr 1158 erwähnt in einer Urkunde, die im Umfeld des Kaisers Barbarossa ausgestellt wurde, Kirche und Ort und diente so als Grundlage dem 850. Jubiläum der Ersterwähnung von Lissa, das 2008 gefeiert wurde. An das romanische Kirchenschiff mit einer schlichten Holzbalkendecke schloss sich vermutlich ein romanischer Chor mit vorgelagerter Apsis an. Letztere musste aber später einem gotischen Choraufbau weichen, der heute noch das Bild der Kirche prägt. Sein genaues Baudatum ist nicht mehr zu ermitteln und wird wohl im ausgehenden 15. Jahrhundert gewesen sein. Auf der Nordseite finden wir eine Sakristei mit einem schlichten Sakramentshäuschen und einer gegenüberliegenden Priscina für die Entsorgung der in der Liturgie gebrauchten Flüssigkeiten in geweihte Erde. Im gotischen Chor selbst findet sich ein weiteres Sakramentshäuschen, das heute steinsichtig ursprünglich polychrom gefasst war und den Erzengel Michael zeigt, dem beide Arme verloren gegangen sind. Von Anbeginn an war die Kirche dem Heiligen Michael geweiht, dessen Abbild wir auch im Schlussstein des gotischen Chores finden und mit dem Drachenkampf das Thema vom jüngsten Gericht in den Blick des Betrachters lenkt. 
Als dem Schutzheiligen der Deutschen weist er uns auf die Gründung des Ortes durch deutsche Siedler hin, die sich neben dem slawischen Rundling Klein-Lissa hier niederließen. Der Besitzer des Rittergutes Lissa errichtete als Patronatsherr einen schönen und auch repräsentativen Kirchenraum. An der Südseite findet sich eine Vorhalle, die aus dem Beginn des 16. Jahrhundert stammt, wie an so vielen Kirchen als Leichenhalle benutzt wurde und heute als Eingangshalle der Gemeinde dient, während die schmalere Südtür im Chorraum ungenutzt vorhanden ist. Die älteren Türen weisen mit ihren Beschlagspuren auf einen wiederholten Einbau hin. Auch die Decke des Turmgeschosses über der defekten Rühlmannorgel trägt wie der Chorraum ein Netzgewölbe, dass sich auf vorgelagerten Strebepfeilern abstützt. Das Netzgewölbe über der Orgel wurde jüngst erst instandgesetzt – die Orgel aus diesem Grund demontiert und die Pfeifen auf den Emporen eingelagert. Die Orgel wurde 2018 restauriert und im Oktober 2018 feierlich eingeweiht >> Orgeleinweihung in Lissa. Die drei Chorraumfenster sind bis auf das Ostfenster schlicht. Das Ostfenster zeigt eine Christusdarstellung in gefärbter Bleiverglasung als Stiftung aus dem Jahr 1894. Vor einigen Jahren wurde die Kirche gründlich restauriert und verändert. Von der zwischenzeitlichen barocken Innenraumgestaltung ist nichts mehr vorhanden. Wir sind über ihr Aussehen aber durch drei Photographien des Restaurierungsjahres unterrichtet und ersehen aus ihnen, dass der Chorbogen erweitert wurde unter Erneuerung von zwei romanischen Kämpfern mit einem Schachbrettmuster, die den oben erwähnten bereits romanischen Chorraum nahelegen. Die Empore wurde zu einer dreiseitigen Hufeisenempore verändert.
Die Kirche erhielt ein neues Gestühl und einen schlichten Altaraufsatz. Alles in einem dunklen Holzton dem Empfinden der Zeit entsprechend, wie auch die an der Nordseite aufgestellte Kanzel. Die Innenausmalung des Chorraumes war sehr farbig fröhlich. Sie ist zwar nicht mehr erhalten – aber gut dokumentiert. Die letzte Erhaltungsrenovierung fand am Ende der achtziger Jahre unter großem Einsatz der Lissaer Einwohner statt. Auf dem Turm hängen drei Glocken. Zwei stammen aus dem Jahr 1431, die dritte als Tauf- und Begräbnisglocke extra geläutet aus dem Jahr 1437. Der Turm, der schwere Risse aufwies, konnte durch die große Hilfe der öffentlichen Hand und Spenden der Gemeinden nach 1990 gesichert und erneuert werden. Vor einigen Jahren erfolgte die Überarbeitung des Dachstuhles, die Neueindeckung des Daches und die Überarbeitung des Außenputzes. In diesem Zusammenhang wurde auch die Holzbalkendecke des romanischen Schiffteiles in der Fassung von 1894 repariert. Wann dann eine umfassende Innenrenovierung erfolgen kann, steht noch dahin. Auf jeden Fall ist verabredet, die Kirche von Lissa auf den Stand von 1894 zu bringen, weil wir eine selten gute Unterrichtung über ihr Aussehen aus diesem Jahr haben. Am Schönsten aber ist die Kirche schon heute vor allem dann, wenn die Gemeinde sich in ihr versammelt zu den Gottesdiensten im Jahres- wie im Lebenslauf: Sonntag für Sonntag, zu Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Dann erklingt das Bekenntnis zu unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen unter dem Segenswort des allmächtigen Gottes wie schon seit über 850 Jahren an diesem Ort in Danksagungen des Lebens, in Tröstungen des Todes, im Blick auf seine Ewigkeit. Fotos von der Lissaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Löbnitz

Die Kirche, im 15. Jh. als Basilika errichtet und von den Wirren der Zeit stark mitgenommen, wurde Ende des 16. Jh. zur Saalkirche umgebaut und somit räumlich erweitert. Der querrechteckige, nach Süden leicht vorspringende Turm im Westen erhielt vier Renaissance-Giebel, das Westtor wurde vermauert (Entstehung des „Turmzimmers“). Unter der Herrschaft des Adelsgeschlechtes von Schönfeld, das seit 1466 das Patronat über Dorf und Kirche innehatte, geschah in der zweiten Hälfte des 17. Jh. der weitere Um- und Neuausbau der Kirche. In dieser Zeit wurden unter anderem die Patronatsloge erneuert (erhalten das alte Wappenkapitell von 1586) und mehrere Emporen eingebaut. Rätselhaft sind wohl dem Freimaurertum entstammende Bemalungen der Nordempore.
Im Übrigen hatte Martin Luther zur Familie von Schönfeld und zu dem schon 1529 reformierten Löbnitz eine besondere Beziehung. Er ist auch an der Löbnitzer Kassettendecke zu finden. Diese gilt als ein herausragendes Beispiel einer Biblia pauperem, einer Bilderbibel für die Armen: 250 Felder mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, mit Propheten, Evangelisten, Aposteln und dem Reformator Melanchthon. Hinzu kommen musizierende Engel und Felder ornamentaler Gestaltung zur Rahmung der Decke. Das bedeutendste Kunstwerk und Herzstück der Kirche wurde 1691 vom Delitzscher Maler Christian Schilling geschaffen worden. Die Bilderdecke gilt als die größte und umfangreichste in Deutschland. Die Lesart der Bilder von rechts nach links erinnert an die hebräische Schreibweise.
Zur Innenausstattung der Kirche gehören weiterhin: eine farbige Standsteintaufe (1603), eine figürliche, polygonale Holzkanzel (Anfang 17. Jh.), ein Schnitzaltar (1629) von Georg Eckardt aus Freiberg (mit prächtigem Aufsatz, Ornamenten und figürlichen Darstellungen), mehrere figürliche Epithaphien der Familie Schönfeld (16./17. Jh.), eine Orgel mit fünfteiligem Prospekt (1885) und an der Südwand, rechts neben der Kanzel, ein Wandrelief von Otto Richter (Berlin) mit der Darstellung des Heiligen Abendmahls.
Zu Beginn des 20. Jh. befand sich die Kirche wiederum, wie 300 Jahre zuvor, in einem schlechten Erhaltungszustand. Am Palmsonntag 1930 stürzte ein Teil des Turmgiebels durch die Decke in das Kircheninnere, dem Pfarrer vor die Füße. Daraufhin wurde die Kirche baupolizeilich gesperrt.
Seitdem erfuhr die Kirche drei Renovierungsphasen: 1938-39 die erste große Renovierung; 1969-73 die zweite. Die dritte Erneuerung begann 2008 und konnte mit der Renovierung der Orgel 2016 abgeschlossen werden.

Baugeschichte:

1183/1185
Ersterwähnung als romanische, dreischiffige Backsteinbasilika

1471
Umbauarbeiten – geschlussfolgert aus einem Stein mit dieser Jahreszahl (gefunden 1934 bei Bauarbeiten)

nicht datiert
schrittweiser Umbau der Westvorhalle zum Turm; ursprünglicher Zugang zur Kirche erfolgte vom Westgiebel her; romanisches Portal wurde ersetzt durch spitzbogiges Portal; Aufstockung der Westvorhalle zum Westturm

um 1670
Abschluss des Turmes mit Renaissance-Giebel

1688-1692
Umbau zur Saalkirche mit Abbruch des südlichen Seitenschiffes sowie Aufstockung des nördlichen Seitenschiffes bis auf Mittelschiffhöhe und Verlängerung des Chores; Ausstattung mit Bilderdecke

1931-1938
Sperrung wegen Baufälligkeit; Erneuerung des Giebels; Erneuerung des Daches; Austausch schadhafter Balken; Erneuerung von Fenstern; Abriss der Sakristei trotz Einspruch von Pfarrer und Gemeinde; Ausbau des Turmzimmers als Kapelle; Restaurierungsarbeiten an der Bilderdecke

1970/71
Sanierung Fußboden; Abriss der 2. Empore an Nord- und Südwand; Entfernung der Kirchenbänke – dafür Ausstattung mit Stühlen; Wiedereinbau der Ostfenster, die im 2. Weltkrieg zugemauert waren; Erneuerung der Kirchturmspitze; Verputzung des Kirchenschiffes; allgemeine Renovierung

2007-2016
umfangreiche Sanierungsarbeiten: Kirchturm, Bilderdecke und Achsen Dachstuhl, Taufstein, Patronatsloge, Fassade Kirchenschiff, Emporenbilder, Kirchenfenster, Innenraum Putz- und Malerarbeiten und Grabsteine, Prunkepitaphe, Fußboden, Kanzel und Altar, 24 neue Kirchenbänke und Erneuerung der Elektroanlage, Kanzelaufgang und Offenhauer Orgel und Innenraum Loge

Mehr Details aus der Geschichte der Kirche und ihrer Ausstattung findet man auf der Homepage der Kirchengemeinde >> Kirche Löbnitz

Fotos von der Löbnitzer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Reibitz

Laut einer durch die spätere Vorhalle verdeckten Inschrift am Westportal wurde die Kirche im Jahre 1755 errichtet, wohl in Nachfolge eines Vorgängerbaus. Das Mauerwerk besteht aus einem bunten Konglomerat von gelben und roten Backsteinen, Feldsteinen und Raseneisensteinen – der Turmaufsatz im Westen aus verblendetem Fachwerk mit einer Bronzeglocke aus dem Jahre 1926.
1969 fand eine Restaurierung statt. Damals wurde der Turm um mehrere Meter erniedrigt und an Stelle des bisherigen steilen Zeltdachs ein flaches Zeltdach aufgesetzt und zugleich auch das Kirchendach erneuert. Im Kirchenschiff wurden 1991 dank einer privaten Initiative neue Fenster eingesetzt.
Die Innenausstattung ist schlicht. In der Mitte der Ostwand befindet sich eine spitzgiebelige, gotische Sakramentsnische, die aus dem Vorgängerbau übernommen wurde. Die Taufe ist aus Sandstein und entstammt dem 17. Jh. Gleichzeitig mit der Entstehung der Kirche sind der Altar (mit dreigeschossiger, hölzerner Kanzel-Altarwand in pyramidaler Form) und die Emporen, die im Süden, Westen und Norden auf quadratischen Stützpfeilern ruhen, erbaut worden. Die kleine Orgel mit dreiteiligem Prospekt aus dem 19. Jh. ist nicht mehr spielbar. Die Decke besteht aus hölzernen, schmal rechteckigen Feldern.
Am Ende des vorigen Jahrhunderts befanden sich in der Kirche noch einzelne Figuren eines Schnitzaltars: ein Kruzifix, dem ein Arm fehlte, zehn Apostel, Moritz, ein Bischof, eine Heilige in Nonnentracht, eine gekrönte Heilige und Margaretha auf einem Drachen, die allesamt verschollen sind.
Im Turm waren drei Glocken im Durchmesser zwischen 60 und 90 cm, die wohl alle eingeschmolzen wurden.
Auf der ersten war zu lesen:
EHRE SEI GOTT IN DER HOEHE
GUSS VON C.F.VLRICH IN APOLDA
1880

auf der zweiten:

FRIEDE SEI IHR ERST GELÄUT 1880

und auf der dritten:

GOTT SEGNE UND ERHALTE

Die Kirchenbaugeschichte von damals bis heute in Stichpunkten:

•    Baukörper aus Ziegel-, Feld- und Raseneisenstein, im Kern 13. Jahrhundert;
•    nach Pest 1618 und ausgestorbener Gemeinde (mit Kirchenverfall?) Baumaßnahmen der Jahre 1713, 1716 und 1755
•    Ende des 19. Jahrhunderts Anbau eines Vorraumes zur Westseite
•    1969 Abbruch des bis dahin spitzen Turmes (Dachreiters) mit Uhr zu einem Stumpf mit Zeltdach
•    Verfall
•    2002-2009 gründliche Außensanierung und Wiederherstellung des barocken Zustandes ohne Westanbau; leichte proportionsgerechte Erhöhung des Turmstumpfes mit neuer Kupferbekrönung
•    2002 / 2003 Dacheindeckung in Schiefer
•    2006 Innenausbau und Erneuerung der Fassade
•    2007 / 2008 Turm: Rückbau des Betonankers, der durch eine Holzkonstruktion ersetzt wird. Der Turm erhält eine Schiefereindeckung und eine Wetterfahne.
•    2010 Sanierung Glockenstuhl mit Glocke


Ausstattung der Kirche

•    Emporensaal mit flacher Kassettendecke und schlichtem Ziegelfußboden des 18. Jahrhunderts
•    einfacher, in den Formen rustikaler Kanzelaltar der Barockzeit, gebaut unter Verwendung eines gotischen Flügelaltars
•    Altarblock mit Teilen / Stipes aus dem 13. Jahrhundert unsicher und umstritten)
•    im Chor spätgotische Sakramentsnische
•    Taufstein 17. Jahrhundert, Sandstein
•    Taufschale, 16. Jahrhundert
•    Korbbogenfenster mit Rautenverglasung des 19. Jahrhunderts, gute Schwarz- und Braunlotmalerei zweier Medaillons betender Engel in der Art Julius Schnorr von Carolsfelds
•    Orgel von Wilhelm Rühlmann, 1894 (z.Z. nicht bespielbar)
•    Raum weiß ausgemalt ( 1755?,1969, 2008), mit Sichtfenstern eines schablonierten Frieses vom Ende des 19. Jahrhunderts; Altar, Bänke und die Emporen von 1755 mit Holzimitationsmalerei des 19. Jahrhunderts
•    Vortragekreuz, wohl 17. Jahrhundert
•    Klingelbeutel, vielleicht 18. Jahrhundert
•    Altarkruzifix und zwei Leuchter Ausgangs 19. Jahrhundert
•    Altarkreuz und zwei Leuchter 2008
•    Eine einfache Bauernkirche, die dennoch Spuren aus romanischer, gotischer, barocker, romantischer und historisierender Zeit aufweist. Der Innenraum ist in den Jahren 2002 bis 2009 repariert, vorsichtig farblich behandelt und verhalten modern ausgestattet worden. Fotos von der Reibitzer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Sausedlitz

Das die Kirche noch steht, ist ein Wunder. Das ganze Dorf sollte weggebaggert werden – um der Kohle willen. Aber es kam alles ganz anders. Die Kirche befindet sich inmitten des Dorfes, umgeben vom Dorffriedhof. Sie ist eine evangelische romanische Kirche mit markantem, turmartigem Dachreiter über dem Westgiebel. Der älteste Teil des Gotteshauses stammt aus dem 12. Jh. Der romanische Saal mit den erhaltenen Eckverbänden und einem zugesetzten Portal im Süden besteht aus großen Feldsteinen und Einlagen von Raseneisensteinen, er wurde in späterer Zeit nach Osten hin verlängert.
Der westliche Teil der Kirche zeigt unter dem Putz die romanische Fugentechnik und an der Südseite ist eine vermauerte Tür. Der Altarraum besteht aus einem hohen Kanzelaltar und ist mit Ölgemälden verziert. Der Taufstein ist aus Sandstein mit einem schlankem 8 eckigem gestuften Schaft und aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert. Die Taufschale ist aus Zinn. Es gibt eine Orgel, die noch heute gespielt wird. Sie wurde Ende des 18. Jh. errichtet. Die Emporen sind von beiden Seiten des Eingangsbereiches zu erreichen und mit Sitzbänken ausgestattet. Die beiden Glocken, sie wären jetzt 500 Jahre als, sind längst nicht mehr vorhanden. An ihrer Stelle ist jetzt eine Bronzeglocke aus dem Jahre 1927 in Benutzung. Sie läutet halbstündlich und zu allen Gottesdiensten.  In der Kirche befindet sich ein Altar mit einem hölzernen Aufsatz, der im 19. Jh. aus Teilen eines Renaissance-Altars und einer Renaissance-Kanzel neu zusammengesetzt und verschiedentlich ergänzt wurde.
Ab 2017 / 2018 ist die Innenraumsanierung der Kirche geplant.

Bauchronik:
• geschätzte Entstehungszeit der Kirche ist Ende des 12. Jahrhunderts
• alte romanische Bruchstein-Mauern und romanische Fugentechnik

1702
-    zwei Kirchenfenster ausgebessert (6 Groschen und 2 Pfennige)

1728
-    Bau eines Pfarrhauses (352 Thaler und 12 Groschen)

1729
-    die Standuhr auf der Kanzel ausbessern und nach Leipzig zu tragen

1735
-    Kirchenbau (Anbau / Verlängerung des Kirchenschiffes)
-    Baukosten: 455 Thaler, 23 Groschen und 2 Pfennige)

Der Kirchbau im 18. Jh. War ein Erweiterungsbau. Bei der Erfassung aller Denkmalbauten im Kreis Delitzsch im Jahr 1972 wurde folgendes diagnostiziert: „Kirchensaal im Osten verlängert und alles um 1 Meter erhöht. Da 11 „Eich Bäume“ zum „Thurm“ (Kirchturm) gekauft wurden, liefen hier ebenfalls Sanierungsarbeiten. Noch bis 1741 sind Schulden zu bezsahlen. Insgesamt werden aber 26.150 Tach-, Mauer- und Simßsteine gekauft.“

1744
-    Bau: „vor ein Stück Kirchhofwand“ (Christoph Schöttge erhält dafür 11 Thaler und 63 Pfennige)

1749
-    wird eine neun Orgel eingebaut (Herr Christian Schmidt, Bürger und Orgel-Bauer aus Taucha)

1802
-    Kirche wird von innen geweißt

1893
-    Abputzen der Kirche und den Turm (Mstr. Rudolph erhält 188 Thaler und 38 Groschen)

1894
-    Reperatur der Thurmtreppe (Köckeritz erhält dafür 1 Thaler und 60 Groschen)
 

Fotos von der Sausedlitzer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Schenkenberg

Als am 13. Juli 1252 Graf Dietrich von Brehna einem Kloster verschiedene Güter überschreibt, ist auch ein Conradus marchalcus de Scinkenberch als Zeuge erwähnt. So gilt dieses Datum als die erste urkundliche Erwähnung von Schenkenberg, das im „Jahr der großen Flut“ 2002 somit seine 750. Wiederkehr der Ersterwähnung feiern konnte. Um diese Zeit bestand schon ein Kirchenbau aus Stein, auf den die untersten Mauern des Turmes mit schmalem romanischem Fenster hinweisen. Vermutlich um 1200, wenn nicht einige Jahrzehnte davor, wird dieser Bau einem sicher ursprünglichen Holzkirchlein als Pfarrkirche gefolgt sein. Dieser im Übergang von Spätromanik zur Frühgotik in unserem Raum entstandene Kirchenbau diente der Gemeinde über mehrere Jahrhunderte als Kirche bis 749. In dem genannten Jahr wurde dem in Schalenmauerwerk aus Bruch- und Feldsteinen aufgeführten Kirchturm eine achteckige Fachwerkglockenstube aufgesetzt, die mit gebrannten Ziegeln verblendet wurde.  Auf dem so gewachsenen Turm sitzt eine flache welsche Haube mit kleiner Laterne und auslaufender Spitze zur Wetterfahne und Bekrönungsstern, die den Turm auf 38 Meter über Grund hebt. Im gleichen Jahr wird die alte Kirche beseitigt, deren ursprüngliche Höhe unter dem jetzigen Dach noch an der Turmwand ablesbar ist und deren Länge ca. 17 Meter betrug mit angefügtem Altarraum und sicher noch einer romanischen Apsis.  Die Kirche folgt nun einem barocken rechteckigen Entwurf von 22 Meter Länge mit angebauter, heute nicht mehr vom Schiff aus betretbarer Sakristei und einer nördlichen wie südlichen Patronatsloge (südliche abgebrochen). Ehemals mit Doppelempore und schlichtem hölzerner Kanzelaltar, neben einer von Rittergutsbesitzer August Wilhelm Weck 1791 gestifteten Orgel ausgestattet, bemalter Decke mit Stuckelementen und farbigen Fenstern, diente diese Ausstattung bis in die 70er Jahre hinein mehr oder weniger gut erhalten der Gemeinde zur geistlichen Heimat.

Dann setzte ein großes Unwetter dem Dach zu und nachfolgend eindringendes Wasser verdarb Orgel, Decke wie restliche Innenausstattung. Der Mode der Zeit folgend, wurden die Doppelempore bei der notdürftigen Instandsetzung entfernt und auch der Kanzelaltar abgebrochen. Im Zuge der „Schrankwandkultur“ dieser Zeit, entfernte man auch weiterhin alle barocken Elemente, lediglich die Steinepitaphien wie das große Holzepitaph der Familie von Miltitz von 1695 blieben neben dem Taufstein von 1596. Man ersetzte den Altar durch einen Steinblock mit Holzplatte in Kratzputzmanie, dazu gelbe dunkel verfugte Klinker und gemauerte Kanzel, alles mit in der DDR erreichbaren Materialien an Fliesen belegt und vor der Ostwand mit einem schlichten stehenden Holzkreuz versehen, erinnerte die Kirche mehr an einen Appellplatz als an einen harmonischen Kirchenbau.

Als mit dem politischen Umbruch und der wiederhergestellten Einheit unseres deutschen Vaterlandes neue Möglichkeiten gegeben waren, ging die Gemeinde mit viel Elan und Unterstützung sowohl der öffentlichen Hand, wie kirchlicher Mittel und vieler „Hand- und Spanndienste“ der Schenkenberger daran, die Kirche nach und nach zu sanieren. Ab 1995 konnte so der Turm wieder gerichtet werden, der Dachstuhl des Schiffes überarbeitet, der ganze Bau mit Putz versehen und Farbe. Allein das Ziegeldach wurde noch als für 20 Jahre sicher angesehen und belassen, wogegen der Turmhelm neue beblecht und geschiefert wurde.

Nun ergab sich die Frage nach der Innengestaltung. Eine Rehistorisierung war nicht angedacht und auf Grund fehlender Zeugnisse nicht möglich. Auch hatten sich aus der Notlösung der DDR-Zeit neue Möglichkeiten ergeben: In der Kirche war nicht nur Platz geworden für Konzerte des Oskar-Reimes­Chores des hiesigen Gymnasiums, der Schenkenberger Blasmusik anderer Chöre und Orchester oder auch Theateraufführungen. Mittlerweile dient die Kirche auch als Standortkirche der Unteroffiziersschule des deutschen Heeres für deren Gottesdienst wie es erneut andere Anforderungen des Gemeindelebens gab.

Diese nunmehr gewohnte Flexibilität des Raumes sollte erhöht werden und wurde es durch Aufgabe des sehr desolaten Brettergestühls ohne Schmuck und Farbe. Dazu gelang der Einbau einer Fußboden Heizung und das Einbringen eines neuen freundlichen Fliesenbelages und eines flexiblen Gestühls mit 120 Stühlen; erweiterbar auf 160 und weiteren bis zu 140 Stehplätze auf den Emporen. Der Beziehung zur Bundeswehr ist es zu verdanken, dass 2007 eine neue Orgel für die Kirche aus der Kapelle des ehemaligen Bundeswehrankenhauses in Leipzig erworben werden konnte, die zwar ein mit 600 Pfeifen, eine Manual und sechs Register und angehängtem Pedal der Firma Eule aus Bautzen und doch den Raum füllt und für Gottesdienste ausreicht wie auch als kleines Begleitinstrument für Kammermusiken.

Die farbige Gestaltung aber konnte sich nur an das Erahnen von Farbigkeit aus schwarzweißen Fotos der Vergangenheit anlehnen. Nun sind die Wände in eine schlichten Grau gehalten, das sich in die Decke zieht und durch einen himmelblauen Spiegel aufgebrochen wird. Die Ostwand hinter dem beweglichen Altartisch aus Eiche aber ist in dunklem Rot gehalten. An dieser Wand hängt das ehemalige Stehkreuz in gedecktem Weiß gehalten und hinterleuchtet. Die Gedanken betrachten das Grau als das uns oft umgebende Dunkel der gefallenen Schöpfung mit einem Blick in den Himmel Gottes begleitet durch den Heiligen Geist in Rot symbolisiert mit dem Blick auf das Kreuz der Vergebung, dass hinterstrahlt wird vom Licht der österlichen Hoffnung. Der Renaissance-Taufstein aber ist im Jahr 2016 restauriert und stellt sich in neuer Farbigkeit als ein kunsthistorisches Kleinod dar.

So schlicht diese Kirche jetzt ist, so sehr erfreut sie sich Beliebtheit als Tauf­ und Hochzeitskirche, als Konzert- und Soldatenkirche, wie als Trauerraum aller Einwohner des Ortes unabhängig von ihrer Konfession. Und es gilt auch hier: Den schönsten Schmuck einer Kirche stellt die sich versammelnde Gemeinde zum Lobe Gottes dar, beschienen von einem durch die farbig schattigen Fenster hereinbrechenden Licht. Fotos von der Schenkenberger Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Spröda

Das besondere an der Geschichte des Ortes Spröda mit seiner Kirche ist, dass er seit dem Mittelalter bis 1816 zum Kloster/Amt Petersberg (heute in Sachsen-Anhalt bei Halle/Saale) gehörte. Im Jahre 1697 verkaufte der sächsische Kurfürst August der Starke (für 90.000 Reichsthaler) wegen Geldmangels das Amt Petersberg einschließlich des Dorfes Spröda an das Kurfürstentum Brandenburg, das spätere Königreich Preußen (ab 1702 zu Preußen).
Spröda war demzufolge von 1697 bis 1816 eine preußische Exklave in Sachsen.

Die heutige Kirche wurde von 1733 bis 1736 auf einer kleineren baufälligen, ca. 1140 erbauten Kirche errichtet. Die ursprüngliche Kirche wurde in westlicher Richtung unter Verwendung von ursprünglichen Mauerteilen erweitert. 1742 wurde der Turm fertiggestellt. König Friedrich Wilhelm I. von Preußen trug als Patronatsherr mit 730 Reichsthaler aus seiner Privatschatulle wesentlich zum Bau der heutigen Kirche bei. Aus diesem Grund stellt auch die Wetterfahne des Kirchturmes den brandenburgisch-preußischen Adler dar. Nach jüngsten Recherchen ist es in Sachsen der einzige Kirchturm mit einer Wetterfahne als Preußen-Adler.

Die Kirche in Spröda ist eine barocke Saalkirche mit einem über dem Westgiebel erbauten Turm. Der Kirchturm hat im unteren Teil einen quadratischen und im oberen Teil einen oktogonalen Grundriss und ist mit einem Kuppeldach, einer großen Laterne und einer Haube bedeckt, ursprünglich mit Schiefereindeckung. Bei dem Kirchenschiff handelt es sich um einen verputzten Feldsteinbau mit geradem Chorschluss, Korbbogenfenstern und Walmdach in Ziegeleindeckung. Der Kirche war ursprünglich ein quadratischer Vorbau mit dreiseitig geneigtem Walmdach in Ziegeleindeckung vorgeschaltet. Dieser musste 1988 wegen extremer Baufälligkeit abgerissen werden. Im hellen und freundlichen Kircheninneren befindet sich eine Stuckdecke mit breiter Kehle über profiliertem Gesims.  In der Mitte der Decke ist eine größere Stuck-Rosette auffällig.  Diese bildete einst den Rahmen für eine in den 60er Jahren weiß überstrichene Deckenmalerei (Weiße Taube mit Himmel-Christi Himmelfahrt). Der Raum ist an drei Seiten von farbig gefassten Holzemporen auf Säulen umgeben. Im Westen sind die Stützpfeiler des Turmes und die Orgelempore angeordnet. Der barocke Kanzelaltar aus dem Jahre 1736 ist mit seinem hölzernen Kanzelaufsatz, Akanthuswerk und Engelsfiguren ein wahres Kleinod.

Im Dach des Kanzelaltars ist das Monogramm des Patronatsherrn, des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I., verewigt: „F W R -  Fridericus Wilhelmus Rex“. Rechts und links vom Altar sind ovale farbige Holztafeln zu sehen. Die darauf befindlichen Sprüche, links: „Wie heilig ist diese Stätte“ und rechts: „Dieses Haus ist die Pforte des Himmels“, wurden leider ebenfalls übertüncht. Die Restaurierung der überstrichenen Teile steht in weiter Ferne. Sicher aber ein interessantes Objekt für Kunsthochschulen o.ä.! Im Altarbereich steht der älteste im LK Nordsachsen datierte Taufstein (Sandstein) aus dem Jahre 1584. Zur Innenausstattung der Kirche gehören desweiteren eine kielbogige Sakramentsnische im Chor (Ende 15./Anfang 16. Jh.), ein Epitaph (1695) sowie die bemerkenswerte Orgel mit fünfteiligem Bandelwerkprospekt und Intarsien verzierter Elfenbeintastatur (1736). Diese wurde leider 2011 bei Bauarbeiten beschädigt. Die wertvolle gotische Schnitzfigur „Maria mit dem Kinde“ (Ende 15.Jh.) wurde 1991 restauriert und ist seither aus Sicherheitsgründen nur noch an Höhepunkten im Gottesdienst zu sehen.

Im Kirchturm waren ursprünglich 2 bronzene Glocken. Im ersten Weltkrieg musste die Gemeinde eine der beiden Glocken zur Aufrechterhaltung der Rüstung opfern. 1925 wurde diese durch zwei Bronze-Glocken, eine größere und eine kleinere (Taufglocke), ersetzt. Leider mussten beide Bronze-Glocken aus dem Jahre 1925 im zweiten Weltkrieg, 1940, abermals zu Rüstungszwecken abgeliefert werden. 1959 konnten dann auf dankenswerte Initiative des Pfarrers Willi Heine wieder zwei Eisenhartguss-Glocken im Turm eingeweiht werden. Seither ist das Glocken-Geläut wieder komplett. Die ursprüngliche Bronze-Glocke aus dem Jahre 1459 ist an der Nordseite angebracht. Ihre lateinische Inschrift lautet übersetzt: „Gegrüßt seist Du, Maria in reicher Gnade der Herr mit Dir im Jahre des  Herrn vierzehnneunundfünfzig“. Die mittlere größere Eisenhartguss-Glocke aus dem Jahre 1959 trägt die Inschrift: „Lasset euch versöhnen mit Gott“.  An der Südseite befindet sich die kleinere Eisenhartguss-Glocke, die Taufglocke, aus dem Jahre 1959 mit der Inschrift: „Lasset die Kindlein zu mir kommen“.
 
1983 sollte der Kirchturm abgerissen werden, da von ihm aufgrund der Baufälligkeit eine bedrohliche Gefahr ausging. Es fanden sich beherzte Freiwillige, die den Turm provisorisch sicherten. 1986/87 wurde die Holzausfachung der Turmhaube erneuert und die Deckung der Turmlaterne in Zinkblech (verlötet und gefalzt) ausgeführt. 1988 wurde der Turm von Freiwilligen abgeputzt. Im Kircheninnern mussten bislang 2-mal die Bänke neu eingebaut werden und 2002 wurde der Hausschwamm bekämpft. An der Wetterseite des Kirchturmes entstanden im Fachwerk und den Geschossdecken im Laufe der Zeit große Schäden, die zu einer Verschiebung der Turmachsen mit der Gefahr des Einsturzes führten. Daher wurde 1999 zur Stabilisierung des Turmes eine temporäre Sicherungskonstruktion eingebaut.

2009 wurden im Zuge der Sanierung des Dachstuhls im Kirchenschiff die Seitendächer des Turmanschlusses saniert. Derzeit sind am Turm und der Turmhaube jedoch Reparaturen und Instandsetzungen dringend notwendig. Dank der Initiative des Fördervereins zur Erhaltung der Kirche in Spröda e.V. (2015 gegründet) und des Pfarrers Matthias Taatz kann 2016 mit der Vorbereitung des I. Bauabschnittes, der Sanierung des Kirchturmes, begonnen werden.

Die Sprödaer Kirche wurde aufgrund der zahlreichen Aktivitäten des Fördervereins als Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft wiederbelebt und ist für die Bevölkerung aus nah und fern ein beliebtes Ziel.
Eine romantische Dorfkirche, die für vielfältige Feierlichkeiten geeignet ist! Seit März 2016 kann sie aber auch als würdige Trauerhalle für alle Einwohner genutzt werden. Fotos von der Sprödaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Wiedemar

Schon von weitem erblickt man in der flachen Landschaft nordwestlich von Leipzig den 36 m hohen Turm der Kirche von Wiedemar. Die markante Bauform des Turmhelmes, ein sehr hohes Satteldach mit abgewalmten Flächen nach Süden und Norden, ruft bei dem Betrachter Erstaunen hervor, sieht er doch solche Kirchtürme im Lande recht selten. Es existieren keine Aufzeichnungen, wann die Wiedemarer Kirche errichtet wurde. Zweifellos dürften die Anfänge des Kirchenbaus aber im 11./12. Jahrhundert liegen. Der älteste Teil der Kirche ist wahrscheinlich der, auf der nördlichen Seite des Kirchenschiffes befindliche,  Anbau, der in alten Aufzeichnungen herrschaftliche Kapelle genannt wird, in anderen Nachrichten wird dieser Anbau auch Barbara Kapelle genannt. Der Turm dürfte von Grund auf im 15. Jahrhundert errichtet sein. In seiner Gesamtgestalt uns seinen einzelnen Teilen zeigt er die Merkmale des spätgotischen Stils.
Das Kirchenschiff mit seinem geraden Ostschluss, das in Länge und Breite schon bei seiner Errichtung die heutigen Abmessungen hatte, war damals aber in der Firsthöhe ca. 4 m niedriger. Seine heutige Höhe erhielt es wohl, als der Turm in seiner jetzt noch sichtbaren Gestalt errichtet wurde.
Das Kirchenschiff ist eine so genannte Saalkirche und macht mit seiner weitestgehend stilreinen spätbarocken Ausstattung einen selten harmonischen Gesamteindruck. Die mit Schilf belegte und geputzte Tonnendecke wurde 1695 in die Kirche eingezogen und ist mit Stuckelementen versehen, die in früheren Zeiten einmal farbig bemalt waren. Auf dem Mittelfeld der Decke ist in einem großen ovalen Feld in hebräischer Schrift der Gottesname angebracht. Von den beiden Seitenemporen ist die nördliche die ältere. Sie wurde schon 1676 in die Kirche eingebaut. Im Jahr 1743 wurde der kunstvolle prächtige spätbarocke Kanzelaltar von dem Merseburger Bildhauer Johann Heinrich Agner errichtet.
Die beiden Bleiglasfenster zeigen Darstellungen aus dem Johannesevangelium. Sie wurden 1895 in die Kirche eingebaut.
In der Glockenstube des Turmes befindet sich noch eine von ursprünglich drei Glocken. Für Kriegszwecke mussten die große Glocke von 1569 und die kleine Glocke von 1691 im Jahre 1917 abgegeben werden. Die 1936 neu beschafften Glocken fielen schon 1942 dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. So existiert heute nur noch die mittlere, aber älteste Glocke von 1477. Sie ist 1,07 m im Durchmesser und wird elektrisch geläutet. Für den Stundenschlag befindet sich in der Glockenstube eine kleine Schlagglocke, die eine Leihgabe der Kirchengemeinde Delitzsch ist.
Auf der hinteren Querempore im Schiff befindet sich eine im Jahre 1851 von Orgelbauer Nicolaus Schrickel aus Eilenburg eingebaute zweimanualige Orgel mit 19 Registern und 982 Pfeifen.
Durch die Jahrhunderte hindurch kann man in den Kirchenakten die an dieser Kirche vorgenommenen Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen verfolgen. Schwere Stürme zerstörten immer wieder die Dächer von Schiff und Turmhelm. Nach der politischen Wende sind umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der gesamten Kirche erfolgt. Sie kosteten mehrere Hunderttausend Euro.

• Detailliertere Informationen über die Geschichte der Kirche Wiedemar >> Kirchengeschichte Wiedemar (PDF-Dokument)
• Geschicht der Wiedmarer Kirchenglocken  >> Kirchenglocken für den Krieg (PDF-Dokument)

Fotos von der Wiedemaer Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Zaasch

Der Text ist noch in Arbeit... Fotos von der Zaascher Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

 

 

 

 

 

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Zschernitz

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