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Kirche Schenkenberg

Schenkenberg

schenk2016aiAls am 13. Juli 1252 Graf Dietrich von Brehna einem Kloster verschiedene Güter überschreibt, ist auch ein Conradus marchalcus de Scinkenberch als Zeuge erwähnt. So gilt dieses Datum als die erste urkundliche Erwähnung von Schenkenberg, das im „Jahr der großen Flut“ 2002 somit seine 750. Wiederkehr der Ersterwähnung feiern konnte. Um diese Zeit bestand schon ein Kirchenbau aus Stein, auf den die untersten Mauern des Turmes mit schmalem romanischem Fenster hinweisen. Vermutlich um 1200, wenn nicht einige Jahrzehnte davor, wird dieser Bau einem sicher ursprünglichen Holzkirchlein als Pfarrkirche gefolgt sein. Dieser im Übergang von Spätromanik zur Frühgotik in unserem Raum entstandene Kirchenbau diente der Gemeinde über mehrere Jahrhunderte als Kirche bis 749. In dem genannten Jahr wurde dem in Schalenmauerwerk aus Bruch- und Feldsteinen aufgeführten Kirchturm eine achteckige Fachwerkglockenstube aufgesetzt, die mit gebrannten Ziegeln verblendet wurde.  Auf dem so gewachsenen Turm sitzt eine flache welsche Haube mit kleiner Laterne und auslaufender Spitze zur Wetterfahne und Bekrönungsstern, die den Turm auf 38 Meter über Grund hebt. Im gleichen Jahr wird die alte Kirche beseitigt, deren ursprüngliche Höhe unter dem jetzigen Dach noch an der Turmwand ablesbar ist und deren Länge ca. 17 Meter betrug mit angefügtem Altarraum und sicher noch einer romanischen Apsis.  Die Kirche folgt nun einem barocken rechteckigen Entwurf von 22 Meter Länge mit angebauter, heute nicht mehr vom Schiff aus betretbarer Sakristei und einer nördlichen wie südlichen Patronatsloge (südliche abgebrochen). Ehemals mit Doppelempore und schlichtem hölzerner Kanzelaltar, neben einer von Rittergutsbesitzer August Wilhelm Weck 1791 gestifteten Orgel ausgestattet, bemalter Decke mit Stuckelementen und farbigen Fenstern, diente diese Ausstattung bis in die 70er Jahre hinein mehr oder weniger gut erhalten der Gemeinde zur geistlichen Heimat. 

Dann setzte ein großes Unwetter dem Dach zu und nachfolgend eindringendes Wasser verdarb Orgel, Decke wie restliche Innenausstattung. Der Mode der Zeit folgend, wurden die Doppelempore bei der notdürftigen Instandsetzung entfernt und auch der Kanzelaltar abgebrochen. Im Zuge der „Schrankwandkultur“ dieser Zeit, entfernte man auch weiterhin alle barocken Elemente, lediglich die Steinepitaphien wie das große Holzepitaph der Familie von Miltitz von 1695 blieben neben dem Taufstein von 1596. Man ersetzte den Altar durch einen Steinblock mit Holzplatte in Kratzputzmanie, dazu gelbe dunkel verfugte Klinker und gemauerte Kanzel, alles mit in der DDR erreichbaren Materialien an Fliesen belegt und vor der Ostwand mit einem schlichten stehenden Holzkreuz versehen, erinnerte die Kirche mehr an einen Appellplatz als an einen harmonischen Kirchenbau. 

Als mit dem politischen Umbruch und der wiederhergestellten Einheit unseres deutschen Vaterlandes neue Möglichkeiten gegeben waren, ging die Gemeinde mit viel Elan und Unterstützung sowohl der öffentlichen Hand, wie kirchlicher Mittel und vieler „Hand- und Spanndienste“ der Schenkenberger daran, die Kirche nach und nach zu sanieren. Ab 1995 konnte so der Turm wieder gerichtet werden, der Dachstuhl des Schiffes überarbeitet, der ganze Bau mit Putz versehen und Farbe. Allein das Ziegeldach wurde noch als für 20 Jahre sicher angesehen und belassen, wogegen der Turmhelm neue beblecht und geschiefert wurde. 

schenk2016ciNun ergab sich die Frage nach der Innengestaltung. Eine Rehistorisierung war nicht angedacht und auf Grund fehlender Zeugnisse nicht möglich. Auch hatten sich aus der Notlösung der DDR-Zeit neue Möglichkeiten ergeben: In der Kirche war nicht nur Platz geworden für Konzerte des Oskar-Reimes­Chores des hiesigen Gymnasiums, der Schenkenberger Blasmusik anderer Chöre und Orchester oder auch Theateraufführungen. Mittlerweile dient die Kirche auch als Standortkirche der Unteroffiziersschule des deutschen Heeres für deren Gottesdienst wie es erneut andere Anforderungen des Gemeindelebens gab. 

Diese nunmehr gewohnte Flexibilität des Raumes sollte erhöht werden und wurde es durch Aufgabe des sehr desolaten Brettergestühls ohne Schmuck und Farbe. Dazu gelang der Einbau einer Fußboden Heizung und das Einbringen eines neuen freundlichen Fliesenbelages und eines flexiblen Gestühls mit 120 Stühlen; erweiterbar auf 160 und weiteren bis zu 140 Stehplätze auf den Emporen. Der Beziehung zur Bundeswehr ist es zu verdanken, dass 2007 eine neue Orgel für die Kirche aus der Kapelle des ehemaligen Bundeswehrankenhauses in Leipzig erworben werden konnte, die zwar ein mit 600 Pfeifen, eine Manual und sechs Register und angehängtem Pedal der Firma Eule aus Bautzen und doch den Raum füllt und für Gottesdienste ausreicht wie auch als kleines Begleitinstrument für Kammermusiken. 

Die farbige Gestaltung aber konnte sich nur an das Erahnen von Farbigkeit aus schwarzweißen Fotos der Vergangenheit anlehnen. Nun sind die Wände in eine schlichten Grau gehalten, das sich in die Decke zieht und durch einen himmelblauen Spiegel aufgebrochen wird. Die Ostwand hinter dem beweglichen Altartisch aus Eiche aber ist in dunklem Rot gehalten. An dieser Wand hängt das ehemalige Stehkreuz in gedecktem Weiß gehalten und hinterleuchtet. Die Gedanken betrachten das Grau als das uns oft umgebende Dunkel der gefallenen Schöpfung mit einem Blick in den Himmel Gottes begleitet durch den Heiligen Geist in Rot symbolisiert mit dem Blick auf das Kreuz der Vergebung, dass hinterstrahlt wird vom Licht der österlichen Hoffnung. Der Renaissance-Taufstein aber ist im Jahr 2016 restauriert und stellt sich in neuer Farbigkeit als ein kunsthistorisches Kleinod dar. 

So schlicht diese Kirche jetzt ist, so sehr erfreut sie sich Beliebtheit als Tauf­ und Hochzeitskirche, als Konzert- und Soldatenkirche, wie als Trauerraum aller Einwohner des Ortes unabhängig von ihrer Konfession. Und es gilt auch hier: Den schönsten Schmuck einer Kirche stellt die sich versammelnde Gemeinde zum Lobe Gottes dar, beschienen von einem durch die farbig schattigen Fenster hereinbrechenden Licht.

Fotos von der Schenkenberger Kirche gibt es hier >> Fotogalerie

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Die Geissler-Orgel in Zaasch

Ein besonderes Orgel-Juwel ist in der Kirche in Zaasch zu finden – die Geissler-Orgel aus dem Jahr 1858. Sie ist die 13. Orgel aus der Eilenburger Werkstatt von Conrad Geissler – mit zwei Manualen und 12 klingenden Registern.

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    Im Mai 2022 bekam der GKR in Laue einen Scheck i. H. von 250.000 EUR. Das Geld stammt aus dem Altvermögen der DDR-Parteien und wird nun zur Sicherung der Kirche genutzt.

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